Reisebericht von Heike & Frank / Juni 2006

Aus dem umfangreichen Angebot bei RH Tours hatten wir bereits zu Hause die
uns interessierenden Ausflüge herausgesucht und per Internet gebucht. Und
doch, diese Ausflüge (die im Übrigen alle ganz klasse und informativ waren)
boten eines nicht: das Kennenlernen von dem wahren und vom Tourismus
unberührten und unbeeinflussten dominikanischen Leben. Also traten wir noch
vor Urlaubsbeginn mit Silke von RH Tours in Verbindung und ließen uns eine
2tägige Reise ganz nach unseren Wünschen zusammenstellen. Und das kam dabei
heraus:

Pünktlich um 2.00 Uhr nachts des 1. Tages wurden wir mit einem Kleinbus vom Hotel abgeholt. Gefahren hat ihn Julio, der uns die gesamte Zeit ein Gefühl der Sicherheit gegeben hat. Hut ab vor solch einem Fahrer, dessen Aufmerksamkeit und Routine uns enorm beeindruckte (Danke, Julio!!!!!). Da wir die Strecke bis Santo Domingo schon kannten und es außerdem noch dunkel war, nutzten wir die Zeit um noch ein bisschen Schlaf nachzuholen. Dank Silke hatten wir es super bequem, ihr Hinweis Kopfkissen aus dem Hotel mitzunehmen, erwies sich als äußerst nützlich. In Higüey vervollständigte sich unser Team mit Moppel (bürgerlich: Manfred), unserem etwas anderem Reiseleiter. Er stieg nicht etwa nur zu, nein erstmal wurden wir in sein Haus zu einem extra starkem dominikanischen Kaffee eingeladen.

Als wir Santo Domingo erreichten, wurde es so langsam hell. Ab hier sahen wir nun die echte und unverfälschte dominikanische Republik. Gleichzeitig versorgte uns Moppel mit unheimlich interessanten Insiderinformationen. Dank seines Geschickes und seiner Redegewandtheit bekamen wir so viel Wissenswertes vermittelt, ohne dass es uns auch nur einmal zu viel bzw. langweilig wurde.

An dieser Stell möge man uns verzeihen, dass wir hier nicht alle Einzelheiten und Details des Gesehenen wieder geben können, denn 1. haben wir uns nicht alle Orte merken können und 2. würde dieser Reisebericht viel viel zu lang werden. Zur Mittagszeit aßen wir in einem schönen Hotel in Barahona (wir sind uns bezüglich des Ortes aber überhaupt nicht mehr sicher - Silke hatte diesen Zwischenstopp organisiert). Nachdem wir uns erholt hatten, ging es weiter in Richtung Jimani, einem Ort direkt an der grenze zu Haiti. Die Fahrt dorthin war wunderschön. Wir sind aus dem Staunen einfach nicht mehr herausgekommen. Bei den vielen Zwischenstopps die wir einlegten, genossen wir den hervorragend zusammengestellten Reiseproviant (Säfte und andere alkoholfreie Getränke, Rum, Wein, Kekse...) sehr.

Als wir in Jimani ankamen, checkten wir erstmal in einem für uns sehr exotischen Hotel ein. Unsere anfängliche große Skepsis gegenüber diesem Hotel am "Ende der Welt" (und wir waren wirklich sehr skeptisch!!) legte sich bald und wir fanden es nur noch lustig (erwähnt sei hier nur mal die "Dusche" im Bad - es handelte sich hierbei um ein kleines Loch in der Wand, aus dem das Wasser kam; aber immerhin: wir hatten Wasser und Strom). Das Zimmer und auch die anderen Hotelbereiche die wir gesehen haben waren aber sauber und mal ehrlich: ein 5* Hotel wäre hier völlig fehl am Platz!! Wir wurden von einer Angestellten gefragt, was wir zum Abend essen wollen. Und natürlich (wennschon - dennschon) wollten wir einheimische Kost. Also gab es pikante Ziege mit Kochbananen. Und uns schmeckte es wirklich sehr.

Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, hatte Moppel noch ein besonderes High Light für uns. Wir fuhren an die haitianische Grenze und stellten dort den Bus ab. Typisch Moppel: ohne Skrupel ging er zu den dominikanischen Grenzbeamten und erreichte, dass wir nach Haiti "einreisen" durften ohne die obligatorischen 100$ pro Person zahlen zu müssen. Ein bisschen mulmig war uns das Ganze schon. Aber es entwickelte sich zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das Marktleben in Haiti ist einfach nicht zu beschreiben, man muss es erlebt haben. Moppel, Du warst Spitze!!!

Wieder im Hotel, haben wir 4 (wir hatten das Gefühl, dass auch Julio beeindruckt war), die Erlebnisse bei einer Flasche haitianischen Rum ausgewertet - hm, einfach lecker dieser Rum mit ein paar Eiswürfeln!! Dank des frühen Aufstehens, der vielen Eindrücke, des leckeren Essens und nicht zuletzt der Flasche Rum, war der 1. Tag dann auch relativ schnell beendet. Der nächste Morgen begann mit einem typisch deftigen dominikanischen Frühstück: Kochbananenpüree mit sauren Zwiebeln und Spiegelei. Man muss es probiert haben - einfach köstlich. Nur die Portionen übertrafen bei weitem
unseren Hunger.

Am Vortag hatten wir schon mitbekommen, dass sich RH Tours (Silke) massiv dafür einsetzte, einen funktionierenden Motor für das Boot (das übrigens dann auch nicht da war), dass uns zum Nationalpark Isla Cabritos bringen sollte, zu organisieren. Auf Grund der dominikanischen Mentalität ist es ihr aber leider nicht gelungen. Wir ärgerten uns aber nur ganz kurz über die verpassten Spitzmaulkrokodile, denn Moppel startete das
"Alternativprogramm". Wir erkundeten den Lago Enriquillo vom Ufer aus, sahen eine Vielzahl Leguane und bekamen auf "Moppel-Art" Geschichte und Geschichten erzählt. Auch das war ein Höhepunkt dieser Reise.

Moppel kündigte uns ein ganz besonderes und vor allem auch wieder landestypisches Mittagessen bei "Mama" an. Auch hier wissen wir leider nicht mehr wie der Ort hieß, es war aber unmittelbar am Lago Enriquillo. hier aßen wir (nachdem wir in die Töpfe schauen durften) mit den Einheimischen zusammen. Diesmal gab es reis, Bohnen und verschiedene Sorten Fleisch. Auch hier versorgte uns Moppel mit Hintergrundinformationen, die wir nicht missen wollen. Auf der Rückfahrt gab es wieder unheimlich viel zu entdecken:

- Straßen die einfach aufhören und später wieder weiterführen
- Ernte und Transport von Zuckerrohr
- Weintraubenverkostung (lecker!) und vieles mehr.

Zum Abendessen machten wir Halt in Boca Chica. Hier holte uns das touristische Leben wieder ein. Wir genossen diesen Aufenthalt ebenso wie das jetzt typisch mitteleuropäische Essen. Anschließend hat uns Moppel noch einmal zu einem Kaffee zu sich nach Hause eingeladen. Gegen Mitternacht waren wir wieder im Hotel. Geschafft und beeindruckt von den vielen Erlebnissen. Hiermit möchten wir uns noch mal ganz herzlich bei allen Beteiligten, vor allem aber bei Silke, Moppel und Julio bedanken. Dieser Ausflug war mit Sicherheit der absolute Höhepunkt unseres Urlaubes in der Dominikanischen Republik.


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